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Advent (19.11.2017)

Weihnachten ist nahe! Um diejenigen zu beruhigen, die sich vor dem Stress und der Hektik der Weihnachtszeit fürchten, und um Ihre Feststimmung zu verstärken, haben wir 24 zweistündige Sendungen mit weihnachtlicher Musik gestaltet, die vom 1. bis zum 24. Dezember gesendet werden. Der Anstoß zu diesem Programm kam vom ORA Chor in Großbritannien, der 24 Chorwerke zeitgenössischer Komponisten aufgenommen hat, die zum Teil sogar im Auftrag des Chors entstanden sind. Wir spielen diese Werke zweimal in der Sendung - einmal gleich zu Anfang, und einmal gegen Ende der Sendung. Diese Werke werden durch weitere weihnachtliche Werke moderner Komponisten ergänzt, darunter natürlich viele Orgel- und Chorwerke, aber auch symphonische Werke z.B. von Respighi oder verschiedenen britischen Komponisten. Die zweistündigen Sendungen werden um 18:00 ab dem 1. Dezember ausgestrahlt und nach Mitternacht nocheinmal wiederholt.

Remembrance (18.11.2017)

In der Woche vom 19.11. bis 25.11. wiederholen wir aus Anlass des heutigen Volkstrauertags die "Remembrance"-Reihe, in der wir schon im Juli an Komponisten erinnert haben, die im ersten und zweiten Weltkrieg gefallen sind oder ermordet wurden, ergänzt um Kompositionen, die sich mit diesen Kriegen beschäftigen. Das Programm wird anstelle des "Modern Symphonies"-Programms täglich ab 18:00 gesendet.

Louis Spohr in Berlin! (10.10.2017)

Aus aktuellem Anlass ein Hinweis zu einem Komponisten, der zwar nicht direkt in das twentysound-Portfolio fällt, aber als Romantiker die Tradition geprägt hat, die twentysound sehr am Herzen liegt - Louis Spohr.

Die Spohr Society der Vereinigten Staaten ist mit drei Vorträgen im Oktober in Berlin zu Gast, um den romantischen Komponisten Louis Spohr (1784-1859) vorzustellen. Auf Einladung der Mendelssohn Gesellschaft Berlin sprechen Prof. Susan Owen-Leinert (The University of Memphis) und Michael Leinert über die Freundschaft der beiden Komponisten-Kollegen Louis Spohr und Felix Mendelssohn Bartholdy zur Zeit ihrer großen Oratorien und ihr ambivalentes Verhältnis zu Richard Wagner.

Vortrag mit musikalischen Beispielen am Donnerstag, den 19. Oktober 2017, 19:00 in der Mendelssohn-Remise, Jägerstraße 51, Berlin. "Mit inniger Hochachtung und Freundschaft"

Sonnabend, den 21. Oktober um 16:00 im Studiosaal der Hochschule für Musik Hanns Eisler, Charlottenstraße 55, Berlin: Über Louis Spohrs vergessene Opern, die Zensur und Berlin (mit musikalischen Beispielen): "Seid mir gegrüsst, ihr theuren Hallen"

Sonntag, den 22. Oktober um 11:00 im Musikinstrumenten-Museum, Ben-GurionStraße, Berlin. Auf Einladung des Staatlichen Instituts für Musikforschung sprechen Prof. Susan Owen Leinert und Michael Leinert über ihre spannende Recherche zur ersten, wissenschaftlich-kritischen Ausgabe der Klavierlieder von Louis Spohr in 12 Bänden, erschienen im Verlag Dohr, Köln. Mit musikalischen Beispielen. "Nur nicht lesen - immer singen!" (Goethe, An Lina)

Weitere Details zu den Veranstaltungen unter den orange markierten Links!

New Arrivals IV (1.10.2017)

Gerade rechtzeitig zu Beginn des 4. Quartals haben wir den Upload der Neuankömmlinge des 3. Quartals 2017 geschafft. Die wichtigsten Zugänge sind dem Kurt Schwaen Archiv zu verdanken, wir bedanken uns sehr herzlich dafür! Wir erhielten eine Anzahl CDs des deutschen Komponisten Kurt Schwaen (1909 - 2007), einem der prominentesten Komponisten der ehemaligen DDR. Sein kompositorischer Stil ist eingängig und passt sehr gut in das twentysound-Portfolio.

Weitere Neuzugänge wie Frederick Delius, Eric Fogg oder Charles Tournemire stammen von Empfehlungen unseres Hörers und Beraters R.M., und einer, mit Gitarrenmusik von Peter Sculthorpe und Nigel Westlake, wurde von einer Notiz angeregt, die ich vor 20 Jahren selbst gemacht hatte und über die ich diesen Sommer wieder gestolpert bin. Für Werke der U.S.-Komponisten Michael Kurek und Sergio Cervetti und den tschechischen Komponisten Jan Jirasek (nicht verwandt mit Ivo Jirasek) bedanken wir uns wieder bei Navona Music! Michael Kureks "The Sea Knows" ist wohl zu einem Bestseller in den U.S.A. im Bereich moderner klassischer Musik geworden!

Schliesslich kamen eine Reihe von Werken spanischer und südamerikanischer Komponisten hinzu, mit Komponisten wie Salvador Bacarisse, Radamés Gnattali oder Heitor Villa-Lobos. Sie sind das Resultat einer Urlaubsreise durch Nordspanien.

Die 7 "New Arrivals"-Sendungen werden von Montag, 2.10. bis zum Sonntag 8.10. anstelle des "Modern Symphonies"-Programms ab 18:00 gespielt und nach Mitternacht wiederholt. Am Montag, 9.10., werden ausserdem ganztags verschiedene Sendungen ausgestrahlt, in denen Werke von Kurt Schwaen auftauchen - der 9.10. ist der 10. Todestag des Komponisten.

In Memoriam Wilhelm Killmayer (22.08.2017)

Die meisten Sendungen in unserem heutigen Programm enthalten Werke von Wilhelm Killmayer, der am 20. August gestorben ist, einen Tag vor seinem 90. Geburtstag. In den nächsten 2 Tagen werden ausserdem seine 2. und 3. Symphonie in den "Modern Symphonies"-Sendungen zu hören sein.

Remembrance (16.7.2017)

In der Woche vom 17.7. bis 23.7. spielen wir in den beiden Zeitslot der "Regions"-Reihe (10:00-14:00 und 0:00-4:00) Werke von Komponisten, die im ersten und zweiten Weltkrieg gefallen sind (wie Rudi Stephan, Cecil Coles, Alberic Magnard oder Enrique Granados), ermordet (wie Gideon Klein oder Hans Krasa) oder ins Exil getrieben wurden (wie Paul Hindemith oder Berthold Goldschmidt). Dazu kommen Kompositionen, die sich mit den Kriegen und ihren Folgen beschäftigen.

New Arrivals III (2.7.2017)

Die Neuerwerbungen des 2. Quartals 2017 werden ab morgen in 8 vierstündigen "New Arrivals"-Sendungen vorgestellt, und zwar im "Regions"-Zeitfenster, ab 10:00 und wiederholt ab Mitternacht. Ein Fokus liegt auf russischen Komponisten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, wie Reinhold Glieré, Boris Asafiev, Dmitri Kabalevsky, Nikolai Medtner, Anatoly Liadov und Alexander Krein (die letzten 3 von R.M. vorgeschlagen). Ein weiterer Fokus liegt auf dem österreichischen Komponisten Erich Wolfgang Korngold, von dem wir sowohl klassische Werke als auch Beispiele seiner Filmmusiken vorstellen. Von zwei deutschen Komponisten, die schon lange zu unseren Favoriten zählen, Tilo Medek und Harald Genzmer, haben wir weitere Aufnahmen, die wir in dieser Reihe und natürlich im normalen Programm vorstellen werden.

New Arrivals II (9.4.2017)

Die Neuankömmlinge des ersten Quartals 2017 enthalten viele Werke amerikanischer Komponisten wie Sergio Cervetti, Jeffrey Jacob, Jay C. Batzner, Anna Elana Cohen und Edie Hill, dank der Unterstützung durch Parma / Navona und Albany Music. Einige Werke klassischer amerikanischer Komponisten wie des Minimalisten Philipp Glass und von George Gershwin sind ebenfalls dem Portfolio hinzugefügt worden, genauso wie Werke von Mohammed Fairouz, einem amerikanischen Komponisten arabischer Herkunft, den ich seltsamerweise über ein von ihm geschriebenes politisches Essay entdeckte, bei dem in einer Fußnote darauf hingewiesen wurde, dass der Autor ein bekannter Komponist ist!

Eine weitere Entdeckung ist der kanadisch-italienische Komponist Giacomo Cataldo. Eine Anzahl kürzerer symphonischer Werke von ihm werden in der New Arrivals-Serie vorgestellt und natürlich ebenfalls in das normale Programm integriert. Andere erwähnenswerte Neuerwerbungen sind Werke von Maximilian Steinberg, einem Lehrer von Schostakowitsch, und eine Anzahl Konzerte des tschechischen Komponisten Viktor Kalabis.

Zum Abschluss möchte ich einige sehr interessante Empfehlungen von R.M. erwähnen, Werke von Cecil Coles, Ralph Vaughan Williams und Herbert Howells, die alle mit den Erfahrungen des 1. Weltkriegs zu tun haben, bzw. im Falle von Coles mit seinem Tod im Krieg. Diese Aufnahmen und dadurch ausgelöste Gedanken über ähnliche Erfahrungen und Verluste, wie Rudi Stefan, haben zu der Idee geführt, mehrere Sendungen denjenigen Komponisten zu widmen, die ihr Leben im 1. Weltkrieg verloren haben oder ihre Erfahrungen mit dem Krieg in ihren Kompositionen wiederspiegeln. Diese Sendungen werden zur Zeit vorbereitet.

Die "New Arrivals" werden in zweistündigen Sendungen ab dem 12.4. um 22:00 vorgestellt, mit Wiederholung am Folgetag um 4:00.

Neuankömmlinge (27.11.2016)

Nach einigen Verzögerungen haben wir es endlich geschafft, eine Reihe von CDs aus den letzten 6 Monaten in unser Programm zu integrieren. Unter den Neuankömmlingen finden sich Streichquartette von Frank Bridge und William Walton (letztere gekauft in Waltons Villa auf Ischia, Italien, die in einem wunderschönen Park liegt!), Symphonien der amerikanischen Komponisten William Grant Still, Albert Hurwit und Bernard Herman, Orchesterwerke der französischen Komponisten Vincent d'Indy und Alexandre Tansman. Dank Parma Recordings konnten interessante Chorwerke ("Cadence" / Navona) und Orchesterwerke ("Intersections" / Ansonica) verschiedener amerikanischer Komponisten dem Programm hinzugefügt werden. Wir danken auch Albany Music für eine ganze Anzahl hochinteressanter Werke, z.B. Marimbawerke von Anders Koppel und anderen ("Zamiki" / Equilibrium) oder Lieder von Moondog ("Round the World of Sound" / New World Recordings), Die hier erwähnte Auswahl ist zum guten Teil auch den Vorschlägen und der Arbeit unseres Unterstützer R.M. zu verdanken!

Die Neuankömmlinge wurden in die verschiedenen Programmslots eingefügt. Zusätzlich ersetzen wir das "Regionen"-Programm der kommenden Woche durch unser "New Arrivals"-Programm, das viele der obigen Werke und weitere seit dem vergangenen Frühjahr neu hinzugefügte Aufnahmen enthält.

Twentysound-Werbepostkarte (1.11.2016)

Postkarte

twentysound hat jetzt eine eigene Werbepostkarte! Auf der Vorderseite grüßen Schostakowitsch, Martinu und Ustwolskaja, auf der Bildseite dient unser Senderlogo als Plattencover und Blickfang. Wenn Sie damit etwas Werbung für twentysound machen wollen, schicken wir Ihnen gerne 20 oder 50 Stück kostenfrei zu - unsere Kontaktdaten finden Sie hier .

Programmschema-Änderung (15.05.2016)

Ab dem 17. Mai stellen wir unser Programmschema leicht um - die "Kernprogramme" Musik-Regionen, Konzerte der Moderne und Welt der Symphonien verschieben sich um eine Stunde nach hinten, morgens wird dafür das "Relaxed Morning"-Programm auf vier Stunden verlängert. Dieses Program werden wir in den nächsten Wochen noch etwas anreichern, vor allem mit entspannender Jazzmusik aus aller Welt. Das Wochenend-Programm wird jetzt im Schema dem Wochenprogramm angeglichen. Ich hoffe, den twentysound-Hörern gefällt das neue Programmschema!

Sibelius und Koppel

Sie wissen sicher, dass am 8. Dezember der 150ste Geburtstag von Jean Sibelius gefeiert wird, mit Sicherheit der wichtigste finnische Komponist, dessen Werk eine Brücke zwischen der Romantik und Moderne bildet. Um ihn zu ehren, werden vom 7. bis 13.12. alle "Symphonien der Moderne"-Programme jeweils eine Sibelius-Symphonie enthalten. Ausserdem spielen wir jeden Dienstag und Donnerstag ein Finnland-Programm in den "Musik-Regionen", natürlich mit garantiertem Sibelius-Gehalt.

Aber das ist nicht alles zum Thema Nordeuropa. Wir haben gerade eine Anzahl neuer dänischer Werke in unser Programm aufgenommen. In dieser Sammlung, sind wir über eine einzigartige dänische Familie gestolpert, die Koppels, mit 3 Komponisten und eine Reihe von Musikern. Herman (nur 1 "n"!) David Koppel wurde 1908 als Sohn polnisch-jüdischer Einwanderer geboren und war ein vielseitiger Pianist und Komponist, dessen Symphonien die Wiederentdeckung verdienen.Seine Söhne Thomas und Anders wurden ebenfalls Komponisten und Musiker, seine Töchter Lone und Therese ein Sopran am "Königlichen Theater", der Dänischen Staatsoper und eine Pianistin. In den neuen "Musikregion Dänemark"-Programmen, die am Montag, 7.12., Mittwoch 9.12. und Freitag 11.12. gespielt werden, werden wir Symphonien von Herman D. Koppel und Konzerte von Thomas und Anders Koppel spielen. Übrigens - der Instrumentalist der Saxophonkonzerte von Anders Koppel ist sein Sohn Benjamin Koppel. 3 Generationen von Musikern - das ist ziemlich einzigartig!

Jazz Goes Classic

An den nächsten 3 Sonntagen, ab dem 22.11., werden wir das 17:00-Programm "Symphonien der Moderne" durch "Classical Jazz" ersetzen, ein dreiteiliges "Special Feature", dass sich mit der Wechselwirkung zwischen Klassik und Jazz beschäftigt.

Einige Komponisten des 20. Jahrhunderts haben Werke in einem Jazz-basiertem Stil geschrieben. Dimitri Schostakowitsch, George Antheil und Erwin Schulhoff sind die bekanntesten derjenigen, die von der klassischen Seite kommen, aber natürlich fällt einem dabei zuerst George Gershwin ein. Er ist ein Bindeglied zwischen den Welten der "klassischen" und der "populären" Musik der Musicals, von Komponisten wie Irving Berlin, Jerome Kern oder Cole Porter. Viele der in den Sendungen zu hörenden Werke von Gershwin, Berlin, Kern und Porter werden übrigens von dem Violinduo Yehudi Menuhin und Stéphane Grappelli gespielt. Zwei afro-amerikanische Komponisten dieser Zeit, James P. Johnson und William Levi Dawson bieten eine weitere Perspektive auf die Kombination von klassischer Musik mit Jazz- und Blues-Melodien.

In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts kombinierten Komponisten Jazz und Klassik manchmal bei Instrumentalkonzerten, wie z.B. der Pianist und Komponist Friedrich Gulda, Bernhard Krol (Vater meines Schul-Musiklehrers) oder Rolf Liebermann. Der finnische Komponist Timo Alakotila kombiniert Jazz, Volksmusik und klassische Kompositionsweisen in seinen Werken, der australische Komponist Michael Easton bezieht sich wiederum auf Gershwin mit seinem Werk "Ein Australier in Paris".

Der gegenwärtig aus meiner Sicht wichtigste Jazz und Klassik kombinierende Komponist kommt aus Leipzig - Stephan König, der eine Reihe jazziger Klavierkonzerte geschrieben hat, von denen 3 neben anderen seiner Werke in dieser Reihe gesendet werden.

Italien in den "Musik-Regionen" im Oktober und November

In der letzten Oktoberwoche und im November 2015 ist das "Musik-Regionen"-Programm Dienstags und Donnerstags dem auch nicht immer sonnigen Italien gewidmet.

Italien ist musikalisch geprägt durch seine Opernkomponisten und durch die große Vielfalt der italienischen Barockmusik. Im 20. Jahrhundert ist Italien musikalisch dagegen nicht mehr so sehr aufgefallen. Der bekannteste Komponist ist Ottorino Respighi - jeder kennt seine "Römische Trilogie", besonders die "Pini di Roma". Auffallend viele Komponisten Italiens haben sich wie er von der "Neuen Musik" ferngehalten, zum Beispiel Nino Rota, durch Filmmusik bekannt geworden und mit sehr hörenswerter Orchester- und Kammermusik im Programm vertreten, oder Aldo Finzi, der während des 2. Weltkrieges verfolgt wurde und dann in Vergessenheit geriet. Dieser Komponist wurd twenysound durch einen Hörer empfohlen. Auch Goffredo Petrassi, der durchaus auch seriellen Stil verwendet hat, aber dennoch sehr gut zu hören ist, und Giorgio Federico Ghedini sind mit mehreren Orchester- und Kammermusikwerken in den 9 geplanten Italien-Sendungen vertreten.

Ein weiterer Schwerpunkt des aktuellen italienischen Komponistenschaffens ist die Gitarrenmusik - Mario Castelnuovo-Tedesco, der aufgrund seiner Herkunft ins Exil nach Amerika gehen musste, ist hier die Schlüsselfigur. Weitere italienische Komponisten für Gitarre sind Angelo Gilardino, Carlo Domeniconi und Franco Cavallone.

Natürlich werden auch viele andere hier nicht erwähnte Komponisten in den Italien-Programmen gespielt werden, und natürlich gibt es auch viele, die wir aufgrund von Wissenslücken nicht im Programm haben. Wir freuen uns immer über Vorschläge und Hinweise!

Neu - der Twentysound Blog

Ab heute, 25.10.2015, gibt es den Twentysound-Blog, mit Programmankündigungen, kurzen Hinweisen zu besonders interessanten Komponisten und vielem mehr!

Um die Idee hinter twentysound zu verstehen, ein kleiner Ausflug in die Musikgeschichte:


Vor dem Ersten Weltkrieg war in der Klassischen Musik die spätromantische Musik vorherrschend, aufgeteilt in konservative und fortschrittliche Schulen, oft auf Basis der musikalischen Traditionen der Heimatländer der Komponisten. In den Konzerten wurde regelmäßig zeitgenössische Musik gespielt, und die Kritiker diskutierten sie in den Feuilletons.

Die Komponisten entwickelten ihre Stile auch nach dem 1. Weltkrieg organisch weiter, oft an der Grenze der Tonalität, und auch unter Einbeziehung neuer Musikstile wie Jazz. Es gab eine große Bandbreite zwischen konservativen und moderneren Komponisten. Eine kleine Gruppe von österreichischen Komponisten um Arnold Schönberg, die "Zweite Wiener Schule", ging weiter und entwickelte neue, auf Zwölftonreihen beruhende Musiktechniken, basierend mehr auf Mathematik als auf musikalischem Gefühl. Im Konzertleben spielte sie aber nur eine kleine Rolle.

Dann kam der 2. Weltkrieg. Die Menschen hatten anderes zu tun, als sich um die Weiterentwicklung der Musikkultur zu kümmern. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Welt in 2 Hälften geteilt. Der Osten folgte dem schon vor dem Krieg in der UdSSR eingeschlagenem Weg des "Sozialistischen Realismus". Alle Künste, so auch die Musik, hätten dem Volk zu dienen und müssten verständlich und klar sein. Seltsamerweise half das den klassischen Komponisten, den Kontakt zum Publikum nicht zu verlieren. Es gab keinen Modernitäts-Wettlauf, und die Hörer achteten bei Konzerten auf jede potenziell regimekritische Nuance. Manche Komponisten wurden aber auch gebrochen oder sogar eingesperrt und ermordet.

In Westeuropa passierte zweierlei. Einerseits interessierte sich die Jugend mehr für die populäre Musikkultur der Amerikaner, Jazz, Blues, später Rock und Pop. Andererseits wandten sich auch die (Musik)-Intellektuellen vom Vergangenen ab und stürzten sich immer mehr auf die Techniken der Zweiten Wiener Schule. Dafür wurde der Begriff "Neue Musik" geprägt. Die Kulturpolitik und wohl auch amerikanische Geheimdienste (Frances Stonor Saunders: "Who paid the piper") unterstützten dies, um den Kontrast zum unterdrückten Osteuropa deutlich zu machen.

Die Vorkriegsgeneration der Komponisten geriet schnell in relative Vergessenheit. In den Konzerten wurden sie ignoriert, dafür wurden Werke der "Neuen Musik" gerne von klassischen Werken, von Mozart, Beethoven, Brahms, eingerahmt, um den Konzertbesuchern die Flucht schwerzumachen. Bei Schallplatten hatten es die Musikhörer einfacher, der "Neuen Musik" auszuweichen. Gleichzeitig bläuten die Musikkritiker der kulturinteressierten Bevölkerung ein, dass nur "Neue Musik" und ihre Vorläufer bei zeitgenössischer Musik zählen, alles andere Kitsch oder "Filmmusik" sei.

Durch die Wiederentdeckung der Alten Musik, oft mit Originalinstrumenten gespielt, dehnte sich das Portfolio der Konzerte und vor allem auch der Tonträger weit in die Vergangenheit aus. Ein klassischer Komponist war damals im Bewusstsein der Öffentlichkeit fast immer ein mindestens 100 Jahre lang toter Komponist. Das weite Feld der Musikgeschichte lenkte Musiker wie Hörer vom zeitgenössischen Musikschaffen aller Richtungen ab.

Die verlorene Generation der Komponisten litt auch darunter, dass es für sie keinen richtigen Namen gab. Viele Komponisten des 20. Jahrhunderts wurden der Spätromantik zugeschlagen. "Zeitgenössisch" ist ein unpassendes Wort, da die Zeit ja weiter geht. Der passenste Begriff ist noch "Moderne" Musik, aber das kann auch missverstanden werden.

Eine gewisse Wende gab es in den späten 1980ern, mit der Öffnung des Ostens. Dimitri Schostakowitsch, der bedeutenste Komponist der Sowjetunion, wurde auch im Westen immer häufiger gespielt, manche seiner Werke sogar als Filmmusik verwendet. Der Dirigent Herbert von Karajan, Hochkönig der Klassik,spielte die 10. Symphonie von Schostakowitsch ein. Auch spätromantische, oder besser frühmoderne, Komponisten wie Gustav Mahler wurden von der breiten Musiköffentlichkeit wiederentdeckt.

Aber der größte Schaden war nicht mehr rückgängig zu machen - den Klassik-Konzertgängern, schon aufgrund der dominanten Popmusik eine Minderheit, waren die rauen, rhytmischeren Klängen der Moderne fremd geworden. Die Jugend wird, selbst wenn sie von der älteren Generation an die Klassik herangeführt wird, diese nur als klanglich brilliante, aber intellektuell in den Tiefen der Zeit eingefrorene Bach-Beethoven-Brahms-Klassik kennenlernen.

Trotzdem, die Musikkultur entwickelt sich immer irgendwie weiter. Die Entwicklungslinien der klassischen Musik sind nicht tot, viele Komponisten pflegen sie weiter. Immer mehr Musikhörer interessieren sich für ungewohnte, nicht tausendmal totgehörte Wege.

twentysound möchte dazu beitragen, diese in der breiteren Musikhörerschaft ignorierten Komponisten wieder populär zumachen. Gehör verschaffen möchten wir auch denjenigen Tonsetzern der aktuellen Generation, die in der Nachfolge dieser Komponisten der Moderne arbeiten. Weniger wichtig ist für twentysound der Vergleich unterschiedlicher Interpretationen eines kleinen "Kanons" klassischer Werke durch verschiedene Dirigenten - wir haben normalerweise nur eine Version eines Werks im Portfolio.

Wir bitten die Musikwissenschaftler explizit um Entschuldigung für die verkürzte und etwas polemische Zusammenfassung von 100 Jahren Musikgeschichte!